<< Geschichte der Krefelder Straßenbahn >>


Nachdem der Vertrag zum Bau einer Dampfstraßenbahnanlage und einer Pferdebahn zwischen der Stadt Krefeld und der Firma Reymer & Masch am 08.03.1883 abgeschlossen und die polizeiliche Abnahme der ersten kurzen Teilstrecke am 02.05.1883 durchgeführt war, nahm am 03.05.1883 die erste von 3 Dampfstraßenbahnlinien von Krefelds Innenstadt Richtung den Betrieb auf. Am 25.07.1883 wurde die zweite Dampfstraßenbahnlinie nach Hüls und am 05.09.1883 die dritte Linie nach Fischeln eröffnet. Als reine Stadtlinie wurde ab 11.05.1883 noch eine Pferdebahnstrecke in Betrieb genommen.

Alle Bahnen wurden in Meterspur angelegt. Bereits 1884 übernahm die neugegründete Crefeld-Uerdinger Lokalbahn AG die gesamte "Straßenbahnanlage" von der Firma Reymer & Masch. 1899 wurde die Elektrifizierung der Dampf-und Pferdebahnlinien beschlossen und 1901 beendet. Am 04.04.1900 wurde die o. g. Lokalbahn AG in "Krefelder Straßenbahn AG" umbenannt. Letztmalig änderte die Gesellschaft 1931 ihren Namen.

Seit 31.08.1931 trug sie die Bezeichnung Krefelder Verkehrs-AG (KREVAG).

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Zwischen 1901 und dem Beginn der dreißiger Jahre zeigt die Chronik der Krefelder Straßenbahn neben einer stetigen Ausweitung des innerstädtischen Tramnetzes auch den Ausbau von Überlandstraßenbahnstrecken, die u. a. zu Nachbarstädten wie zum Beispiel Moers, Mönchengladbach und St. Tönis führen. Der Anschluss Krefeld nach Neuss und Düsseldorf wurde bereits 1898 durch die Inbetriebnahme einer regelspurigen Schnellstraßenbahnlinie, die von der Rheinbahn betrieben wurde und noch heute als Stadtbahnlinie 76 von ihr betrieben wird, vollzogen.

Die KREVAG war immer bemüht, den Wagenpark und die Betriebsanlagen der Straßenbahn dem aktuellen Stand der Technik anzupassen oder neue Techniken einzuführen. Wie in vielen anderen deutschen Städten führte auch die KREVAG im Ersten Weltkrieg und danach bis Mitte der 1920'er Jahre auf ihrem Straßenbahnnetz Güterverkehr durch; es verkehrte sogar 1918 eine Kohlebahn von Moers über Traar und Krefeld bis nach Mönchengladbach/Rheydt. 1920 wurde das Reststück dieser Strecke, Traar - Moers, elektrifiziert und auch der Personenverkehr hier aufgenommen. Anfang der dreißiger Jahre begann der Diesel-Omnibus seinen Siegeszug in und um Krefeld.

Es kam zu ersten Streckenstillegungen zugunsten des Busses. Trotz dieser sich abzeichnenden Entwicklung betrieb die KREVAG 1935 insgesamt 16 Straßenbahnlinien und erst 6 Omnibuslinien.

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Schwere Luftangriffe zwischen 1943 und 1945 zerstörten und beschädigten viele Straßenbahnanlagen der KREVAG. Die erste Straßenbahnverbindung wird 1945 wieder hergestellt. Nach und nach folgt die Inbetriebnahme der übrigen Linien. Es dauerte jedoch noch bis Ende 1949, bis wieder alle Linien befahren wurden, die einen wirtschaftlichen Personenverkehr versprachen.

Neben der Einrichtung diverser Dieselbuslinien wurde von der KREVAG auch eine Obuslinie am 05.12.1949 in Betrieb genommen, die sich bis 1964 halten konnte. Der Omnibus griff in den fünfziger Jahren immer mehr um sich, so dass damals die völlige Einstellung der Straßenbahn nur eine Frage der Zeit zu sein schien.

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Obwohl zwischen 1952 und 1963 nicht nur in Krefeld Streckenstillegungen und Einstellungen von Straßenbahnbetrieben auf der Tagesordnung standen, gab es durch die Einführung des Einrichtungsgroßraumwagens ab 01.12.1953 bei der KREVAG auch wieder neue Gleisanlagen wie zum Beispiel die Einrichtung von Wendeschleifen und Gleiserneuerungen.

1959 fuhr der erste Gelenktriebwagen in Krefeld; im gleichen Jahr empfahl Prof. Dr. Schlums in seinem Verkehrsgutachten die völlige Umstellung von Straßenbahn- auf Busbetrieb.

Das 1960 eingeholte Gegengutachten von Dr. Lehner plädierte für die Beibehaltung der Straßenbahn. Der weise Beschluss des Stadtrates lautete am 19.07.1962:

Beibehaltung der wichtigsten Straßenbahnlinien und Umstellung der übrigen Tramlinien auf Bus!

Ein wahres Gesundschrumpfen! 1964 war der Stadtratsbeschluss vom 19.07.1962 in die Tat umgesetzt. Auf den verbleibenden Straßenbahnlinien wurden 1964 nur noch Großraum- und Gelenktriebwagen eingesetzt.

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Im Mai 1968 wurde nur noch die Stichlinie zwischen Eisstadion und der Krefelder Innenstadt stillgelegt und auf Bus umgestellt. Danach hat es in Krefeld keine erwäh­nenswerten Stillegungen von Straßenbahnstrecken mehr gegeben. Im Gegenteil, 1967 erfolgte die erste Neuplanung einer Straßenbahnstrecke nach dem Zweiten Weltkrieg nach Elfrath. Mit Inbe­triebnahme der ersten KREVAG-,,Stadtbahnstrecke“ am 3. 4. 1982 wurde die Planung in die Praxis um­gesetzt.

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Die siebziger Jahre waren vor allem durch Modernisierungs- und Rationalisierungsmaßnahmen gekennzeichnet. Besonders zu erwähnen sind die Neueinrichtung der zentralen Funkleitstelle am Hauptbahnhof (1972), die umfangreichen Gleisverlegungen auf dem Ostwall (1970/71), die Inbetriebnahme des neuen zentralen Verwaltungstraktes mit Depot, Wartungs- und Pflegehalle auf der St. Töniser Straße "Am Weeserweg" (1973), der Neuzugang von Gelenktriebwagen und Großraumbeiwagen sowie der Ausbau der Gleisanlagen.

1974 war die Umstellung auf Einmannbetrieb abgeschlossen.

Im März/April 1979 warfen die Probefahrten mit dem Stadtbahnwagen 1115 der Essener Verkehrs-AG, Typ M8C, in Krefeld eindeutige Schatten voraus. Die KREVAG entschied sich zum Kauf solcher Stadtbahnwagen.

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Am 24.09.1989 reaktivierte man die Strecke in Richtung Willich, Oberschlesienstraße - Stahldorf TEW Tor3 (stadtbahnmäßiger Ausbau), welche jetzt von der verlängerten SL042 Elfrath - Stahldorf befahren wird.

1990 wurden die Stadtwerke, KREVAG und KVV zu den Städtischen Werken Krefeld AG (SWK) vereinigt.

1991 begann man den Betriebshof Weeserweg zu modernisieren. Es entstanden neue Werkstattanlagen und eine neue große Abstellhalle für die Straßenbahnen. Am 06.09.1996 wurde die Modernisierung mit der Einweihung der neuen Hallen abgeschlossen.

Am 29. Mai 1994 wurde die nur wenige hundert Meter lange Strecke Fischeln Friedhof - Grundend mit neuer Schleife und Übergang zu den Hochbahnsteigen der U70 und U76 in Betrieb genommen. Die alte Schleife wurde aufgegeben und überbaut.

Seit 2001 wird der Straßenbahnverkehr von der SWK Mobil GmbH betrieben. Dies ist eine 100%ige SWK-Tochter.


<< © Michael Wowrzyk | Alle Angaben ohne Gewähr | 07.04.2008 >>